Loading....

VERGANGENE EREIGNISSE

Kürzere Berichte über Ereignisse, die wir im laufenden Jahr im Rahmen des Vereins durchgeführt haben.

"Hörst du? bim, bam, bom?"

Konzert in Graz

Mit einem Konzert des Hugo-Wolf-Kammerchores am Sonntag, 17. Oktober 2021, in der Evangelischen Kreuzkirche in Graz hat der Chor eine weitere Corona-Kooperationsschuld beglichen, die im Frühjahr beglichen werden soll.

Der Hugo Wolf Kammerchor arbeitet seit vielen Jahren mit dem Interpannonischen Konzertverein Graz zusammen, die Zusammenarbeit ist aus der Städtepartnerschaft Marburg/Maribor und Graz entstanden. Vor 30 Jahren wurde in Graz aus seinem Vorgänger, dem Grazer Concertchor, die Pannonische Philharmonie gegründet.

„Ich freue mich sehr, dass wir so gute Kontakte zwischen der Steiermark auf beiden Seiten der Mur und eine gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Partnerstädten haben, aber vor allem freuen wir uns, dass diese Freundschaft echt ist und wenn wir sie mit Musik verbinden, die keine Grenzen kennt, dann sind wir überglücklich und zufrieden, wie bei diese Veranstaltung, „ sagte der Vorsitzende dieses Vereins, Dr. Peter Radl, der allen Anwesenden viele musikalische Freude wünschte.

Beim diesjährigen Konzert in der Kreuzkirche im Zentrum von Graz traten das Vokalensemble Musika conGRAZia und unser Kammerchor Hugo Wolf auf. Das Kunstensemble Musika conGRAZia wurde 1994 gegründet und wird seit 1999 von Dr. Zuzana Ronck, geleitet, die mit Katholischer und Evangelischer Kirchenmusik promovierte. Ihr Stellvertreter ist der junge Stefan Birnhuber. Das breite Repertoire des Chores reicht von der Acapella der Renaissancemusik über Kirchenmusik aller Epochen bis hin zu Uraufführungen zeitgenössischer österreichischer Komponisten. Diesmal stellte sich der Chor mit drei weniger bekannten Komponisten Franz Koringer (1921-2000), Wilhelm Kienzl (1857- 1941) und W.A. Remy (1831-1898) vor. Nebenbei, der in Prag geborene Wilhelm Mayer änderte damals seinen Namen, um leichter und schneller populär zu werden als Remy. Mit seiner romantischen Oper Waldfräulein feiert der Chor mit einigen Auftritten in Graz heuer das 30-jährige Bestehen des Grazer Amateurvereins der Musikfreunden. Als Vorgeschmack sangen sie einige Lieder aus dieser Oper.

Im zweiten Teil präsentierten sich die Sängerinnen und Sänger des Kammerchores Hugo Wolf, der seit 11 Jahren im Kulturverein deutschsprachiger Frauen „Brücken“ Marburg tätig ist, als Gäste. Im ersten Teil ihres Auftritts präsentierten sie sakrale / kirchliche Lieder und ihre zwei Hits; Stars, sie singen, während sie mit den Fingern über den Glasrand gleiten und eine besondere musikalische Atmosphäre des Universums schaffen, und der zweite Hit des Chores ist natürlich Hugo Wolfs berühmtestes Lied für Kammerchor und Klavier Im stillen Friedhof.

Beide Hits des Chores erhielten natürlich großen Applaus und Begeisterung von den Besuchern, die die Kirche bis auf den letzten Platz füllten und sich über diesem Konzert sehr freuten.

Der zweite Teil des Hugo-Wolf-Kammerchores, unter der Leitung von Aleš Marčič waren slowenischen Volkslieder, die meisten aus Kärnten, gewidmet. Das Echo der österreichischen Chorsänger, die die meisten dieser Melodien mit deutschen Texten kannten, war überraschend. Nach dem gelungenen Konzert kam es in der Garderobe aufgrund der Melodien zwischen den beiden Chören zu Interpretationen des slowenischen Originaltextes und Abweichungen und Übersetzungen in deutscher Sprache. Beide Chöre sangen in der Garderobe mehrmals das Nationallied „Pa se sliš, bim, bam, bom.“ Der Beginn ist für beide Chöre gleich.

Text und Foto: Jan Schaller

Konzert auf der Spitze der Marburger Pyramide

Kammerchor "Hugo Wolf"

Etwas ungewöhnlich ist es schon, wenn man zu einem Konzert auf die Spitze der Marburger Berg Pyramide eingeladen wird, aber es war noch schlimmer, man muss eine halbe Stunde bis ganz nach oben, zum Konzert, laufen. Nun, das haben wir auch überstanden und oben auf der Pyramide, neben der Marienkapelle, hat man einen wirklich einmalig schönen Blick auf die Stadt Marburg. Eine echte Touristenattraktion und zugleich sehr beliebter Erholungsort. Gehen Sie (wieder) auf die Pyramide und sehen Sie unsere Stadt Marburg aus der Vogelperspektive.

Sein neuestes Konzert bereitete der Hugo-Wolf-Kammerchor am 19. September 2021 bewusst auf der Spitze der Marburger Pyramide vor, denn das Konzert wurde dem 200-jährigen Jubiläum der Kapelle auf der Pyramide gewidmet, die 1821 aus den Resten der Burg erbaut wurde und darin eine Statue der Unbefleckte Maria Empfängnis in übernatürlicher Größe aufgestellt ist.

Der Kammerchor verbündete das Jubiläum der Kapelle auf der Pyramide mit einem noch wichtigeren Teil der Pyramide, bekanntesten Weinbaugebiet, einem dem Weinberg gewidmeten Liederkonzert, einem kostbaren Tropfen Wein und natürlich allen, die gerne ein oder zwei Gläser hausgemachten Wein trinken.

Der Hugo-Wolf-Kammerchor unter der Leitung von Aleš Marčič begann sein Programm auf der Spitze der Pyramide mit der Melodie Ein schöner Hügel, arrangiert von Andrej Makor. Es folgte die Taufaufführung der Suite „Aus unseren Weinbergen“, von Dragutin Križanić in sieben Melodien: Traubenlese, Brentar, Most, Wache, Entschuldigung, Taufe und Hymne dem Wein. Die Melodien haben die Arbeit im Weinberg und dann im Weinkeller wunderbar harmonisch beschrieben. Der Autor der Taufaufführung, Dragutin Križanić, der bei der Taufaufführung anwesend war, gratulierte den Sängern nach langem Applaus, bedankte sich und sagte: „Das klang viel schöner, als ich in den Noten geschrieben habe. Vielen Dank. "

Der Autor der Taufaufführung, Dragutin Križanić, hob besonders die große Bedeutung der Amateurkultur hervor, die jedem Autor Freude bereitet, weil wir auf diese Weise die nationale Tradition, Kultur und Musik unter den Menschen auf authentischste Weise pflegen.

„Die Melodien und Lieder der Amateurkultur sind die Grundlage unserer gegenseitigen Beziehungen, und bei jedem solchen Treffen freue ich mich sehr, dass sich so viele Menschen mit Gesang und Musik beschäftigen und deshalb unsere Welt schöner, kultureller, reicher ist. "

In den zweiten Teil des Konzertes folgten einige Wein- und Trinklieder, wie St. Urban und Weinrebe, wo der Autor des Textes Anton Martin Slomšek ist, für manche vielleicht etwas ungewöhnlich, aber Slomšek war gerne unter den einfachen Leuten. Interessant war auch der Vergleich des gesungenen slowenischen und deutschen Liedes auf gleiche Musikunterlage Bratci veseli vsi /deutsch: He, Leutln, hörts mich an. Da alle Melodien in diesem zweisprachigen Gebiet einmal sowohl eine deutsche als auch eine slowenische Version der Aufführung hatten.

Für alle, die nicht zum Konzert des Hugo-Wolf-Kammerchores ganz auf die Pyramide kamen, bereitete der Chor auf Einladung des Regionalmuseums Marburg eine Wiederholung des Konzertes am 30. September 2021 im Stadtschloss vor. Tatsächlich auf dem einzigen Grünen Fläche der Stadtburg, als symbolische Verbindung zur grünen Spitze der Pyramide. Am Donnerstag, dem letzten September, am späten Nachmittag sangen die Sänger alle Lieder aus dem vorbereiteten Konzert auf der grünen Wiese vor dem versammelten Publikum, das Chorgesang schätzt. So konnte das Konzert vor allem von den älteren Einwohnern von Marburg nacherlebt werden, die bei jedem Lied, das von ganzem Herzen gesungen wurde, applaudierten. Den Weinliedern folgte als Zugabe die Melodie „Pa se sliš((hörst du die Glocke von St.Veit..)“. Und auch die Glocke der nahegelegenen Franziskanerkirche waren in diesem Moment zu hören, als wäre das vorbereitet. Ein wahrhaft symbolischer Zufall.

Marburger Pyramide

Die Burg auf der heutigen Pyramide wurde erstmals am 20. Oktober 1164 als Castrum Marchburg – die Burg des Grenzgebiets – urkundlich erwähnt, dass heute Feiertag der Gemeinde Marburg ist.

Die Burg wurde zwischen 1148 und 1164 im frühromantischen Stil erbaut und hatte in der Mitte einen Grundwasserbrunnen. Die Steinmauer waren 2,2 Meter dick, der Grundriss hatte eine fünfeckige Form.

Mit dem Bau der Stadtburg verlor die damals Obermarchburg genannte Burg auf der Pyramide jedoch an Bedeutung. Eine Zeit lang war die Armee in der Burg auf der Pyramide untergebracht, als bei einigen Bränden die Burg durch Blitze schwer beschädigt wurde, rissen die damaligen Besitzer Brandisi 1784 die Burg auf der Pyramide ab und verwendeten die Steine zu Erweiterung und Umbau von Schloss Windenau/Betnava.

Auf der Spitze der Pyramide wurde nach dem Abriss der Burg aus den Resten von Steinen eine Steinpyramide gebildet, nach dem der Hügel über Marburg seinen Namen erhielt. 1820 wurde diese Steinpyramide vom Blitz getroffen und zerstört. An gleicher Stelle ließen Graf Brandis, der Besitzer des Stadtschlosses, ein Jahr später, also 1821, und Johanna Welsersheim aus den Überresten eine Gedächtniskapelle errichten, in der eine übernatürliche Statue der Unbefleckten Maria Empfängnis errichtet wurde. Die Kapelle ist bis heute erhalten.

Heute ist die Pyramide ein berühmter Touristen- und Erholungspunkt der Stadt Marburg.

Kinder malen ihre Heimat

Seit 1992 veranstaltet die deutsche Minderheit im Banater Bergland in Rumänien, in der Stadt Reschitza/Resita, alle zwei Jahre einen Jugendkunstwettbewerb "Kinder malen ihre Heimat". Am 15. Wettbewerb, im letzten Jahr, nahmen 231 junge Künstler aus fünf Ländern teil, neun junge Leute auch aus Slowenien, nämlich aus unserem Kulturverein.

Eine Delegation der deutschen Minderheit aus Banater Bergland in Rumänien, aus der Stadt Reschitza besuchte uns am Montag, 6. September, in den Räumen unseres Kulturvereins Deutschsprachiger Frauen "Brücken“ Marburg, wo wir eine Ausstellung der prämierten Arbeiten dieses Wettbewerbs vorbereitet haben.

Die Präsidentin des Vereins Veronika Haring betonte nach der Begrüßung der Gäste, es kamen auch einige aus Österreich, dass wir schon eine große Familie der deutschen Minderheit geworden sind und sie ist besonders stolz auf die langjährige Zusammenarbeit mit der deutschen Minderheit in Rumänien, die sogar unser Vorbild ist, nachdem sie offiziell als Minderheit anerkannt sind, und in Rumänien einige deutsche Kulturzentren mit eigenen Bibliotheken und eigenem Bildungssystem, gut arbeiten. Das Wort erteilte sie Erwin Josef Tigla, einem unermüdlichen Organisator aus Rumänien, der all diese Treffen deutscher Minderheiten liebevoll organisiert. "Ich freue mich, dass wir trotz aller Corona Beschränkungen in unser geliebtes Marburg kommen konnten, in einen Kulturverein, mit dem wir seit mehr als einem Jahrzehnt eng verbunden sind. Eine gute Zusammenarbeit verbindet vor allem ein gemeinsames Anliegen - die deutsche Minderheit zu bewahren. Der Gast Erwin Josef Tigla überreichte zuerst die Preise an zwei junge Künstler, die Deutschkurse in unserem Verein besuchen, nämlich Žilian Tian und Maša Špenga. Es folgte eine Überraschung, die Preisverleihung anlässlich des diesjährigen 250-jährigen Bestehens der Stadt Reschitza, wurde Erinnerungsmedaille an Veronika Haring für Anerkennung ihrer langjährigen, fruchtbaren Zusammenarbeit, übergeben.

Unser österreichischer Gast Krista Hofmeister aus Neumarkt, mit der unser Verein auch seit der Gründung des Europahauses in Neumarkt eng zusammenarbeitet, wies darauf hin, dass sie in Österreich im Grenzgebiet gelebt hat, vor Jahrzenten unter anderen Bedingungen, wo eine Isolation zum Osten noch herrschte. Die Einheimischen dort sind jetzt froh, die vor der Mauer enge Kontakte mit den Nachbarn wieder aufleben zu können und sind glücklich, dass die Europäische Union eine große Familie geworden ist, in der sich frei bewegen und in Frieden und Verständigung leben können.

Der letzte Redner, Franci Pivec, ehemaliger Präsident des Bundes der Kulturvereine Marburgs/Maribor, stimmte ihr zu und betonte die große Bedeutung des Dreiecks Österreich-Slowenien-Rumänien, das der deutschsprachiger Kulturverein "Brücken" Marburg/Maribor seit Jahrzehnt aufbaut. Und wenn wir unter einem Dach der Europäischen Union sind, reden und verstehen uns, ist es wichtig, dass wir diese Tradition an die jungen Leute weitergeben, sagte er. Franci Pivec gratulierte Veronika Haring erneut zu Silberne Plakette, hohen Auszeichnung öffentlichen Fonds für kulturelle Tätigkeiten in Slowenien für das 20-jährige Jubiläum von Veronika Haring und dem von ihr seit seiner Gründung geleiteten Kulturverein. Außerdem gratulierte er dem Chorleiter des Hugo-Wolf-Kammerchors, Aleš Marčič, zur Verleihung der Gallus-Auszeichnung, die er als Pädagoge, Bariton und Chorleiter des Hugo- Wolf-Kammerchors erhielt, den er seit seiner Gründung im Jahr 2010 leitet.

Drei Jahrhunderte Geschichte der deutschen Minderheit im Banat, Rumänien.

 Während der österreichisch-ungarischen Monarchie wurden in Banater Bergland, auf dem Gebiet des heutigen Rumäniens, das nach den Kriegen mit den Türken vollständig entleert wurde, Österreicher angesiedelt und deutschsprachige Volksgruppe hat diese lehren Siedlungen neu belebt und ihre Kultur bis zum heutigen Tag bewahrt. Im Jahr 1771 wurde der erste Hochofen der Eisenhütten in Reschitza gebaut und Erzbergwerke erschlossen. So wurde dieses Gebiet bald zum zweitgrößten Eisenhüttenzentrum in damaliger Österreich-Ungarischen Monarchie.

 

Text und Foto: Jan Schaller

Foto: Erwin Josef Tigla, ein unermüdlicher Organisator aus Rumänien, überreichte unserer Präsidentin Veronika Haring anlässlich des diesjährigen 250-jährigen Bestehens der Stadt Reschitza, Erinnerungsmedaille für Anerkennung ihrer langjährigen, fruchtbaren Zusammenarbeit.

Konzert zum Gedenken an den 160. Geburtstag von Hugo Wolf

Jubiläumskonzert des Hugo Wolf Kammerchores

Tatsächlich feierten wir 160. Geburtstag von Hugo Wolf im vergangenen Jahr, als das Kultusministerium Jahr 2020 zum Wolfsjahr erklärte und ein umfangreiches Programm vorbereitet wurde, beginnend mit der Gedenkbriefmarke von Hugo Wolf, gefolgt mit Gala-Akademie im Februar in seinem Geburtsort in Windischgratz/Slovenj Gradec. Gala-Akademie anlässlich seines 160. Geburtstages wurde unter der Schirmherrschaft des Präsidenten der Republik Slowenien Borut Pahor.

In dieser feierlichen Gala Akademie traten der Gemischte Kammerchor Carinthia Cantat und der Kammerchor Hugo Wolf auf. Unser Kammerchor bereitete anlässlich des 160. Geburtstags von Hugo Wolf noch ein besonderes Jubiläumskonzert vor, da der Kammerchor voriges Jahr auch sein 10-jähriges Bestehen feierte. Doch die Corona-Pandemie hat unsere Pläne durchgekreuzt.

Das geplante Konzert anlässlich des 160. Geburtstags von Hugo Wolf wurde von unserem Kammerchor erst am 30. August dieses Jahres aufgeführt, zum Beginn des neuen Schuljahres. Im Saal des Anton-Martin-Slomšek-Instituts, an der Vrbanska Strasse in Marburg/Maribor, galten bei diesem Konzert noch Beschränkungen, sodass die Besucherzahl im Vorfeld leider begrenzt war.

Nach der einleitenden Präsentation des Lebens von Hugo Wolf, die vom Chorleiter Aleš Marčič persönlich erklärt wurde, hörten wir den Solosängern des Chores zu, die Wolfs italienisches Liederbuch mit 22 kurzen Strophen präsentierten. Solosänger haben diese Strophen als Dialoge zwischen Mann und Frau vorgeführt, und so die Übergänge Interessanterweise durchgeführt. Deutsche und slowenische Texte wurden schon in vorab an die Besucher verteilt, damit wir beim Singen den Inhalten der Strophen folgen konnten. Von Anfang an: „Auch kleine Dinge können uns entzücken“ bis „wir haben beide lange Zeit geschwiegen. Das erste: dass um dich mein Herze bricht, das zweite: dir nur will ich angehören, das dritte: dass ich dir mein Heilbefehle, das letzte „dich allein liebt meine Seele.“ Wolf sah sich selbst von Anfang an als Maler, er malte Bilder, gemischt von Text und Musik.

Es folgte ein langer Applaus.

Als Höhepunkt des Jubiläumskonzerts hörten wir Wolfs berühmteste Melodie Im stillen Friedhof. Die Komposition, eines der größten Meisterwerke des Komponisten, geschrieben für gemischten Chor, Solisten und Klavier, eine Seltenheit für Hugo Wolf, weil er als Autor von Sololiedern bekannt ist. Wolfs Kompositionen sind ein doppeltes Bekenntnis des Kammerchors, der den Namen des Autors trägt, und gleichzeitig als lebendes Denkmal Wolfs Musik und seine Melodien auch mehr als hundert Jahre nach seinem Tod bewahrt.

Darstellende Solosänger:

Barbara Juteršek, mezzosopran

Bogdan Stopar, tenor

Marko Mandir, bass

Terezija Potočnik,  sopran

Renata Krajnc, sopran

Mitja Krajnc, tenor

Dora Ožvald, sopran

Aleš Marčič, bariton

Lucija Krašovec, sopran

Blaž Stajnko, bassbariton

Eneja Lina Berglez, sopran

Begleitung am Klavier von Adriana Magdovski

LEBENSLAUF

Hugo Wolf, ein genialer Meister der Spätromantik, schuf über 300 Melodien meist für Klavier, aber auch mit Orchesterbegleitung. Er hat Kammer- und Chormusik, Orchesterwerke, Klaviermusik und auch Opern komponiert. Seine vollendete Oper Der Corregidor ist bekannt

Er wurde als drittes Kind einer Gerberfamilie 1860 in Windischgratz/ Slovenj Gradec geboren in der Familie des prominenten Bürgers und Musikliebhabers Filip Wolf und seiner Frau Katarina, geborene Nussbaumer. Seine Kindheit verbrachte er in einer Umgebung, in der zwei Nationen jahrhundertelang zusammenlebten und die deutsche und slowenische Kultur miteinander verflochten waren.

Alle Kinder der Familie Wolf hatten zu Hause bereits eine musikalische Ausbildung, und Hugo, das Klavier und Geige spielte, galt als musikalisch sehr begabt mit perfektem Musikgehör. Das ganze gesellschaftliche Leben in Wolfs Haus war von Musik durchdrungen. So spielte Hugo schon als Kind die zweite Geige im Orchester seines Vaters. Der temperamentvolle junge Mann interessierte sich nur für Musik.

Der Vierzehnjährige kam auf das Marburger Gymnasium, wo er für seine Musikbesessenheit und sein offensichtliches Talent nicht die nötige Unterstützung fand. Hartnäckig verteidigte er seine Musiksucht. Aus Protest verlässt Gymnasium in Marburg und wurde aufgrund seines Talents, das er bereits mit zwei Kompositionen – Sonate für Klavier und Variationen – unter Beweis gestellt hat, ohne zu zögern an die Wiener Musikhochschule aufgenommen. Aber auch dort war er ein Rebell und musste als ungewollter „Wagnerianer“ die Schule verlassen.

Der eigenen Erfindung überlassen, abhängig von der Zuneigung von Freunden und schon krank, widmete er sich mit seiner ganzen Essenz dem Komponieren. Wolf verstand sich von Anfang an als Maler, der aus Texten und Musik Bilder mahlte; als ein Schauspieler, der in seiner ganzen Essenz in jede ihm zugewiesene Rolle brillieren kann. Er hatte das Talent, gleichzeitig der Autor von Texten und Musik zu sein, und beide passten perfekt zusammen, da er selbst die richtige Beziehung und Ausgewogenheit verspürte.

Hugo Wolf ist einer der wenigen Komponisten deutscher Nationalität, der auch heute seinen Platz in Slowenien hat, wie es ihm gehört. In seinem Heimatort Windischgratz/Slovenj Gradec hat er ein Museum und ein Denkmal in seinem Geburtshaus. Heute ist Windischgratz /Slovenj Gradec vor allem dank Hugo Wolf ein wichtiger musikalischer Treffpunkt mit zahlreichen Veranstaltungen, die auch eine Anerkennung des Komponisten darstellen.

Nur sechs Monate nach seinem Tod, noch im Jahr 1903, wurde eine Gedenktafel an der Fassade seines Geburtshauses entdeckt, die bis heute geblieben ist.

 

Text: Jan Schaller

Gallus Urkunde an Chorleiter Aleš Marčič

Konzert zum 10-jährigen Jubiläum des Kammerchores Hugo Wolf

Das Konzert zum 10-jährigen Jubiläum des Hugo Wolf Kammerchores hätte eigentlich schon im letzten Jahr gehört werden sollen. Der Chor studierte kompletten Concert Universum schon im vergangenen Jahr ein, anlässlich seines zehnjährigen Bestehens, doch dann kamen die Pandemie und die Einschränkungen. Der Chorleiter Aleš Marčič und 32 Sängerinnen und Sänger des gemischten Chores haben es jedoch nicht aufgegeben, sie probten mit Einschränkungen und bereiteten sich für diesen Sommer, für den 10-jährigen Jubiläums Konzert vor, diesmal in der neuen Kirche des Heiligen Johannes Bosco in Radvanje/Rotwein in Marburg/Maribor, unter dem Dach der Salesianischen Orden, auch als Beitrag zur Feier des 120. Jahrestages ihrer Ankunft in Slowenien, um ihre selbstlose Hilfe zu unterstützen - jungen Menschen am Rande der Gesellschaft zu helfen.

Das erste Konzert fand am Donnerstag, den 1. Juli 2021 abends, und das zweite Konzert am Sonntag, den 4. Juli, abends statt.

Alle bisherigen Konzerte des Hugo-Wolf-Kammerchores wurden klar thematisch definiert, der Titel des diesjährigen Jubiläumskonzerts Universum war aber in voraus unklar. Vor allem, als sie das 1990 gestartete Hubble-Weltraumteleskop als Ausgangspunkt für das Konzert nutzten, um das Unbekannte aus den Tiefen des Weltraums zu entdecken und es durch Bilder von diesem unbekannten Universum selbst bewundern zu können. Mit der Wandprojektion von Hubbles Aufnahmen verbinden wir die himmlische Musik slowenischer und ausländischer Komponisten zu einem einzigartigen musikalischen Bühnenerlebnis, schrieben sie in der Einladung zum Konzert.

Alle bisherigen Konzerte des Hugo-Wolf-Kammerchores wurden klar thematisch definiert, der Titel des diesjährigen Jubiläumskonzerts Universum war aber in voraus unklar. Vor allem, als sie das 1990 gestartete Hubble-Weltraumteleskop als Ausgangspunkt für das Konzert nutzten, um das Unbekannte aus den Tiefen des Weltraums zu entdecken und es durch Bilder von diesem unbekannten Universum selbst bewundern zu können. Mit der Wandprojektion von Hubbles Aufnahmen verbinden wir die himmlische Musik slowenischer und ausländischer Komponisten zu einem einzigartigen musikalischen Bühnenerlebnis, schrieben sie in der Einladung zum Konzert.

Im zweiten Teil des Konzertes würdigten sie zunächst den Komponisten Hugo Wolf mit seinem Lied Im stillen Friedhof. Die Komposition, eine der Meisterwerke des Komponisten, geschrieben für Chor und Klavier, ist eine Rarität von Hugo Wolf, weil er als Autor von Sololiedern bekannt ist. Wolfs Komposition ist ein doppeltes Bekenntnis des Kammerchors, der den Namen des Autors trägt, da er als Wolfs lebendes Denkmal agiert, aber gleichzeitig die Kunst verschiedener Kulturen und die Vergangenheit mit der Gegenwart verbindet. Zum Beispiel: Chor hat auch von Rok Golob, Komponisten, Lied „Halleluja“ gesungen, mit dem sie 2011 beim internationalen Chorwettbewerb in Garda (Italien), die ihre Wettbewerbs Taufe war, ihre erste Gold-Auszeichnung erhielten.

In der Fortsetzung haben wir uns über Eschenwalds O salutaris hostia gefreut, dass Lied, das die Sänger am liebsten aufführen, da diese Komposition des jungen Komponisten besonders schön ist. Sie nahmen uns sogar mit nach Australien und sangen das Kinderlied Kookaburra und dann zurück nach Irland, als sie das traditionelle irische Lied An Irish Blessing präsentierten. Wir hörten eine abwechslungsreiche Präsentation von Gesang, bei denen alle ihre Eigenschaften des Chorgesangs gezeigt wurden. Es folgten einige slowenische Volkslieder, bei denen auch einzelne Solisten, Mitglieder des Kammerchores, auftraten.

Das Konzert am Sonntag, anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Hugo Wolf Kammerchores, war aber noch etwas Besonderes. Statt einer Pause verlieh der Öffentliche Fonds der Republik Slowenien für kulturelle Tätigkeiten „Jacobus Gallus Urkunde 2020« für besondere Erfolge in Chormusik an Gesangspädagogen, Chorleiter Aleš Marčič. Einer den renommiertesten slowenischen Musikpreisen bezieht sich auf die gesamte abwechslungsreiche musikalische Tätigkeit von Aleš Marčič. Die Sänger des Hugo-Wolf-Chores sind besonders glücklich und stolz, dass Aleš Marčič vor elf Jahren, zu 150 Geburtstag des Hugo Wolfs, erste Sänger für Kammerchor Hugo Wolf sammelte. Die haben sich sehr schnell auf in- und ausländischen Konzertbühnen etabliert und heute ist Kammerchor Hugo Wolf ein Synonym für qualitativ hochwertigen Chorgesang.

Die Vertreterin des Öffentlichen Fonds für kulturelle Tätigkeit Sloweniens, Frau Tanja Svenšek, bedankte sich in einer kurzen Rede für den wunderbaren ersten Teil des Universum-Konzerts, der uns mit Musik ins Unendliche führte. „Ich bin sehr stolz auf einen so guten Chor, der mit Liebe singt. Und endlosen aufrichtigen Dank für ein herausragendes Konzert. Ich danke Ihnen von ganzem Herzen“, sagte sie vor der Übergabe der Gallus Urkunde an Chorleiter Aleš Marčič.

Nach der Übergabe der Gallus Urkunde dankten die Sängerinnen und Sänger des Hugo-Wolf-Kammerchores noch Veronika Haring, Obfrau des Kulturvereins deutschsprachiger Frauen Brücken, die eine der Initiatoren der Gründung dieses Chores ist. Sie gratulierten ihr noch besonders zur Silbernen Plakette des Öffentlichen Fonds für kulturelle Tätigkeit Sloweniens, den sie kürzlich in Laibach/Ljubljana für zwanzig Jahre sehr erfolgreicher Leitung des Kulturvereins und für ihren umfassenden Beitrag zur kulturellen Anerkennung der deutschsprachigen Volksgruppe in Slowenien und international erhielt.

Es folgte ein langer Applaus des Publikums, als Dankeschön an die Gewinner und natürlich an die Sängerinnen und Sänger für die Musik, die sie so wunderbar singen.

Anerkennung für
den Pädagogen und Chorleiter
Aleš Marčič

Slowenischer– JSKD – Öffentliche Fonds der Republik Slowenien für Amateurtätigkeiten,
hat den Chorleiter von unseren Kammerchor Hugo Wolf, Aleš Marčič, Mag. Art, mit Jacobus Gallus Urkunde 2020 für seine langjährige Arbeit auf dem Gebiet Chor-Tätigkeiten geehrt.
Wir freuen uns darüber sehr. Langsam wird unsere langjährige Arbeit anerkannt und belohnt.

Gallusova listina je posebno priznanje za strokovno in organizacijsko delo, kulturno vzgojno in mentorsko delo ali analitično, raziskovalno ter publicistično delo, ki je pomembno vplivalo na razmah ljubiteljske kulturne dejavnosti na področju zborovske glasbe.

Professor Aleš Marčič konzipierte im Jahr 2008 die Musik- und Ballettschule des Anton Martin Slomšek Instituts, wo er bis heute als Direktor und Professor für Sologesang tätig ist. Mit seinen Schülern erreichte er die höchsten Auszeichnungen bei nationalen und internationalen Wettbewerben.

 

 

SILBERPLAKETTE JSKD 2020 FÜR VERONIKA HARING

Die Silberplakette JSKD ist eine der höchsten Auszeichnungen des öffentlichen Fonds der Republik Slowenien für kulturelle Aktivitäten (JSKD) für nicht professionelle Amateurkultur in der Republik Slowenien.
Deshalb ist die hohe Anerkennung - die silberne Plakette von JSKD in dieser seltsamen Zeit - ein große Ehre für die kulturelle Anerkennung deutschsprachiger Überlebender, insbesondere der ersten Kämpferin für die Rechte der deutschen Minderheit, Veronika Haring, die den Kulturverein deutschsprachiger Frauen "Brücken" Marburg schon 20 Jahre erfolgreich leitet.

Wir, alle Mitglieder des Kulturvereins, sind sehr glücklich und stolz auf die Auszeichnung, die Veronika Haring erhalten hat, und wir ratulieren ihr zu der Auszeichnung, die auch eine Anerkennung
für ihre bisherige Arbeit, ihre 20-jährige Führung und ihren Einsatz in dem Kulturverein selbst und drüber, in ihrer Heimatstadt Maribor/Marburg, in ganz Slowenien für die Anerkennung der deutschen Minderheit in Slowenien und in den letzten Jahren auch bei der Verbindungen deutscher Minderheiten in ganz Europa.

In der Buchhandlung, in der Veronika Haring in der Auslandsabteilung arbeitete, traf sie auch die Marburger, deutscher Herkunft, die deutsche Zeitschriften kauften. In angenehmen Gesprächen bemerkte sie, dass sie noch etwas mehr als nur ein Gespräch wollten; die ehemalige deutsche Kultur, Marburger Gesellschaft, Erinnerungen und Gespräche auf Deutsch. So wurde im Jahr 2000 der Kulturverein deutschsprachiger Frauen „Brücken“ Marburg, gegründet. Der Anfang war schwer, zuerst geeignete Räumlichkeiten zu finden, Kostenlose Deutschkurse zu organisieren, um einen größeren Kreis anzuziehen, eine Bibliothek mit deutschen Büchern zu sammeln. Tatsächlich weiß Veronika Haring auch heute nicht, wie das alles in so kurzer Zeit zu Stande kam. Hilfe, auch Materielle, kam von den nach dem Krieg vertriebenen Marburgern, den österreichischen Bundesländern Steiermark und Kärnten, sowie von slowenischem Kulturministerium. Aber auch von den Menschen in Marburg selbst kam sehr viel Hilfe. Und so erweiterte sich die Arbeit des Kulturvereins vor Jahr zu Jahr. Sprachkurse der deutschen Sprache für Erwachsene wurden auch für Kinder organisiert, ein Computerkurs für Senioren kam dazu. Im Verein wurde sogar ein Malkurs eingerichtet und die Teilnehmer haben mit Bildern an zahlreichen Ausstellungen teilgenommen.

In dem Verein stellte Veronika Haring schnell fest, dass für die kulturelle Förderung auch ein Gesangschor nötig ist. So wurde im März 2010 anlässlich des 150. Geburtstages von Hugo Wolf, einem der größten Komponisten der romantischen Musik und Sologesangs, der Kammerchor „Hugo Wolf“ gegründet, der die Harmonie zwischen der slowenischen und der deutschen Kultur in der Steiermark herstellte. Heute singen im Chor, unter der Leitung des Gesangspädagogen, Bariton Aleš Marčič, 30 Sänger.

Dass die Arbeit des Vereins nicht in Vergessenheit geriet, sammelte Veronika Haring das Geld, das der Verein jedes Jahr ein zweisprachiges Sammelbuch VEZI MED LJUDMI / ZWISCHENMENSCHLICHE BINDUNGEN drucken konnte, in dem Arbeiten, Treffen und auch das literarische Schaffen von Mitgliedern vorgestellt wird. Von Jahr zu Jahr gibt es immer mehr dieser Verbindungen. Jedes Jahr bereitet Veronika Haring für Mitglieder auch einige Reisen durch Slowenien, Kärnten und die Steiermark vor.

Bereits im Jahr 2008 begann der Kulturverein der deutschsprachigen Frauen unter der Leitung von Veronika Haring mit thematischen Vorträgen, runden Tischen und Konzerten, die hauptsächlich die Wiederbelebung und die Erinnerung an die Vorfahren der deutschen Marburger, die zusammen mit den Slowenen das kulturelle Leben Marburg prägten. Der Verein nahm an der Ausstellung 'Deutsche und Marburg' als eine der bedeutendsten Veranstaltungen als Kulturhauptstadt Europas 2012 teil.

Mit finanzieller Unterstützung aus dem Ausland veröffentlichte der Verein 2018 ein umfangreiches zweisprachiges Buch auf 235 Seiten. DAS ZWEITE GESICHT MARBURGS, die verschwiegenen Schöpfer der Marburger Kultur. Nach dem Runden Tisch Deutscher Autoren im Jahr 2016, entschied sich der Verein, gemeinsam an einem Ort alle deutschen Künstler während der österreichisch-ungarischen Monarchie und zwischen den Kriegen zu präsentieren: Leider wurden sie aus Marburger Kulturgeschichte gestrichen, weil sie deutscher Abstammung waren. Aber man vergisst, was diese Schöpfer in Ihre Lebzeiten maßgeblich zum Ruf der Stadt Marburg im damaligen Kaiserreich und auch weiter in Europa beigetragen haben.

Erwähnen wir auch das alljährliche traditionelle „Treffen der Steirer aus drei Länder", zwischen den Steirer aus Österreich, den Steirer aus den Banat Bergland in Rumänien und den Steirer aus der Untersteiermark in Slowenien. Jedes Jahr treffen wir uns in einem anderen Land und an einem anderen Ort, wo die Steirer leben. Im Jahr 2019 fand das Treffen auf den slowenischen Schloss Stattenberg statt. Leider wurden im Jahr 2020 alle diese internationalen Treffen aufgrund der Korona Pandemie abgesagt.

Da regelmäßige wöchentliche Treffen - Deutschkurse - während der diesjährigen Coronapandemie abgesagt wurden, ersetzte der Verein sie bald durch Videokurse. Die Resonanz ist außergewöhnlich, da jetzt auch Mitglieder außerhalb von Marburg regelmäßig teilnehmen. Als Obfrau des Vereins bemüht sich Veronika Haring um eine unpolitische, kulturelle Bewertung des Beitrags von Marburgern deutscher Herkunft, die seit Jahrhunderten in Marburg kreativ miteinander verflochten sind.

Aus diesem Grund wurden nach Jahren fruchtbarer Arbeit und Zusammenarbeit im In- und Ausland viele Auszeichnungen für erfolgreiche Arbeit im Laufe der Jahre vergeben. Veronika Haring ist somit die Empfängerin von Auszeichnungen:

  • Jahr 2008 Anerkennung mit der Medaille der Vereinigung der Kulturvereine Maribor,
  • im Jahr 2016 der Bronzepreis von MERITE EUROPEEN, der Foudation du Merite Europeen
  • Im Mai 2017 bekam Sie in Graz das Goldene Ehrenabzeichen der Steiermark
  • Im Juni 2018 das Goldene Ehrenabzeichen der Republik Österreich für ihre langfristige kulturelle Arbeit und ihre Bemühungen um gegenseitiges Verständnis zwischen den Menschen in Österreich und Slowenien.
  • und 2020 Silberne Plakette des JSKD - Öffentliche Fonds der Republik Slowenien für Kulturtätigkeiten“ - die zweithöchste Anerkennung, für die nicht professionelle-Amateurkultur in der Republik Slowenien

Text: Jan Schaller

LEBENDE HÖFE

Festival Lent 2020

In den Ramen: FESTIVAL LENT MARIBOR 2020

Das Sommerfest Festival LENT, das in den Sommerferien in Marburg/Maribor am Ufer der Drau aufgewachsen ist und in all den Jahren die letzte Juniwoche Marburger amüsierte, wurde dieses Jahr zum ersten Mal abgesagt, wegen Corona Pandemie.
In zwei Monaten haben die Organisatoren es umgebaut, an die neuen Bedingungen des Corona-Kontakte angepasst und die berühmte große Bühne an der Drau Ufer in eine Vielzahl kleiner Veranstaltungen in der Natur verwandelt.
Das diesjährige verspätete Festival LENT, heuer letzte Augustwoche, ist somit in der gesamten Stadt an 38 Orten fragmentiert, von den Ufer der Drau bis zum Stadtpark; meist mit Einschränkungen der Besucherzahl.

LEBENDE HÖFE

Unser Kulturverein deutschsprachiger Frauen "Brücken" Marburg ist schon traditionell ein Bestandteil von FESTIVAL LENT geworden, im Rahmen der LEBENDEN HÖFE- Veranstaltungen. In diesem Jahr sind wir schon am ersten Eröffnungstag in der ehemalige Burggasse, heute Slovenska ulica 13 aufgetreten. Das mehrstöckige Gebäude, direkt neben der Kreuzung mit der Herrngasse, wurde vorbildlich im alten Stil renoviert.
Das war unser erstes gemeinsames Treffen seit Beginn der Corona-Epidemie. Wir mussten alle Regeln einhalten und vor allem die Anzahl der Besucher begrenzen, die beim Betreten des Veranstaltungsortes alle Persönliche Daten geben mussten. Unsere älteren Mitglieder entschuldigten sich im Voraus und zogen es vor, vorbeugend zu Hause zu bleiben.
Der traditionelle zweisprachige literarische Nachmittag wurde durch eine Kunstausstellung von zwei Mitgliedern bereichert, nämlich Gemälden von Veronika Haring und Cvetka Vidmar.
Nach der Begrüßungsrede der Präsidentin Veronika Haring lasen die Mitglieder des Vereins ihre zweisprachigen Beiträge aus Jahresbericht des Kulturvereins Vezi med ljudmi / Zwischenmenschliche Beziehungen, das jedes Jahr im Buch erscheint.
Mojca Gjura präsentierte den Text Letzter Kaffee, als Erinnerung an eine todkranke Freundin, mit der den vereinbarten letzten Kaffee leider nicht trinken konnte, auf dieser Welt. Ivana Hauser führte uns in das Schicksal eines Hauses ein und erklärte uns, dass dieses Haus auch seine Seele hate. Als das Haus abgerissen wurde, blieb jedoch nur eine Erinnerung übrig. Unser alter Kollege Ivan Korponai las uns einige seiner Gedichte in slowenischer und deutscher Sprache vor, und Jan Schaller Gedichte seines Onkels Trost und Steuererklärung von einem armen Mann. Cvetka Vidmar las uns ein satirisches Text Katze auf dem Porzellan vor, über einen Besucher einer Buchhandlung, der nicht wegen eines Buches, sondern wegen eine schöne und busenreiche Buchverkäuferin kam.
Am Ende der kurzen, zeitlich begrenzten Veranstaltung, wurden der zweisprachige LEBENDIGE HOF durch den Tenor Benjamin Pregl, begleitet von seiner Schwester Katarina am Klavier, mit einigen sehr beliebten Melodien bereichert. Und wenn nicht früher, sehen wir uns in diesem Oktober bei dem alljährigem Deutschkurs im unseren Vereinsräumen wieder. Wir haben seit März im Verein nicht "geschlafen", wir haben eine komplett neu eingerichtete Website vorbereitet, die zweisprachig, slowenisch und deutsch ist. Sie können es anschauen und lesen, in dem Sie im Internet www.drustvo-mostovi.com eingeben. Jan Schaller
novo postavljeno spletno stran, ki je v celoti dvojezična, slovensko -nemška.

Blutmontag Marburg, der 27. Januar 1919

101 Jahr danach - 2020

 Das diesjährige Jubiläum des Blutigen Montags am 27. Januar 1919 wurde genau wie vor 101 Jahren am Montag gefeiert. Dieses Jahr konnten wir es auf dem Hauptplatz in Marburg nicht feiern, da der Hauptplatz seit mehreren Monaten renoviert wird. Für einige war nämlich unsere letztjährige Gedenkfeierlichkeit auf dem Hauptplatz in Marburg bestrieten, insbesondere das Anzünden von Kerzen, zum Gedenken an Getötete. 

Zusammen mit den Vertriebenen und Ihren verwandten versammelten wir uns in diesem Jahr in der Domkirche in Marburg und widmeten einige Gebete an Opfer des blutigen Montages, an den 27. Januar 1919. Wir zündeten Kerzen vor der Domkirche an, wo das ewige Licht brennt, und erinnerten uns an die grausamen Ereignisse vor 101. Jahr, und belebten sie wieder. 

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges übernahm General Rudolf Maister im November 1918 die Macht in Marburg und entschied einseitig, dass Marburg slowenisch sein wird und integraler Bestandteil des südslawisches Staates SHS. 

Nun, die Wahrheit ist, dass es nur eine militärische Übernahme war, und zwei Monate nach dem Militärputsch wurde Marburg noch immer von einem deutschen Gemeinderat mit dem deutschen Bürgermeister Schmiederer regiert wurde. Einer der Hauptgründe für die mehr als zweimonatige "Verzögerung" bei der Übernahme der Zivilbehörden in Marburg ist auch die Tatsache, dass der gesamte offizielle Apparat ausschließlich in deutscher Hand war und die neuen slowenischen Behörden nicht einmal über genügend slowenisch stämmiges Personal verfügten, um die gesamten Zivilbehörden zu übernehmen.

Und die Übernahme der Stadt Marburg war nicht so einfach. Aber am 3. Januar 1919 wurde mit Gewalt deutsche Bürgermeister Dr. Schmiederer degradiert und abgesetzt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die deutsche Reaktion eintrat, denn die Marburger deutschen hatten nicht die Absicht, die größte und wichtigste Stadt der Untersteiermark zu verlassen.

Die Grenzen zwischen den beiden Ländern waren noch nicht vollständig abgegrenzt, und die Kämpfe fanden Anfang 1919 noch in Kärnten statt. Obwohl die Macht nach der Übernahme des Bürgermeisters in Marburg bereits in slowenischer Hand lag, erwarteten die Marburger deutschen viel von dem Besuch der alliierten Demarkationskommission unter der Leitung von Oberst Sherman Miles, USA, am 27. Januar 1919 in Marburg, weil er sich für die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung interessierte.

Schon ab Mittag waren die Straßen der Stadt mit Demonstranten überfüllt. Mehr als 10.000 Demonstranten versammelten sich auf dem Hauptplatz - Deutsche, die forderten, dass Oberst Miles Marburg als Deutsch erklärt. Die Menge wollte ins Rathaus, der von zwanzig slowenischen Soldaten verteidigt wurde. Selbst nach den Warnschüssen die in die Luft geschossen worden waren, floh die Menge nicht, und der Druck auf das Rathaus war noch grösser. Deshalb begannen slowenische Soldaten, direkt auf die Menge zu schießen. Etwa fünfzig Kugeln wurden abgefeuert. Der Raum vor dem Magistrat war voll Blut, Menschen fliehen und stolperten über die Toten und Schwerverletzten. Sofort wurden fünf Deutsche getötet, und 63 Verwundet. Acht weitere starben im Krankenhaus aufgrund schwerer Verletzungen. Das Ergebnis von Blutigen Montag, 27. Januar 1919 waren somit 13 tote Deutsche.

 Unser Treffen haben wir dann in Raumen des Kulturvereins der deutschsprachigen Frauen Brücken Marburg fortgesetzt mit einem Vortrag von Dr. Dr. Ivan Rihtarič, der uns ausführlich über die Vertreibung der Deutschen in den ausschließlich deutschsprachigen Abstalerfeld berichtete. Die Präsidentin des Vereins, Veronika Haring, dankte allen dafür, dass wir uns jedes Jahr treffen als Erinnerung und Dank an alle Gefallenen und ihre Opfer symbolisch gewürdigt werden.

(auf dem Bild: DDr. Ivan Rihtarič)

Weihnachtskonzert 2019

Nach dem überaus erfolgreichen Weihnachtskonzert des Vereinseigenen „Hugo Wolf“ Kammerchors im vergangenen Jahr, wo fast 100 Besucher außerhalb des überfüllten Saals des Minoriten Klosters in Marburg geblieben sind und nicht in der Lage waren, das außerordentlich schönen Konzert zu hören, das dem 200. Jahrestag des Liedes Stille Nacht, Heilige Nacht gewidmet war, bereitete das Verein für sie dieses Jahr zwei identische Konzerte vor. Am ersten um 5 Uhr nachmittags wieder in der sehr akustischen Minoriten Kirche und um halb acht Uhr abends war eine Konzertwiederholung in der Dom-Kathedrale auf dem Slomšek-Platz in Zentrum von Marburg.
Das diesjährige Konzert wurde vom Chor Chef und Dirigenten des Hugo-Wolf-Kammerchors, Ales Marčič, als eine Reise am Weihnachtstag von Spanien nach Lettland im Laufe der Jahrhunderte vorgestellt, angefangen mit englischen Weihnachtslied Coventry Carol aus dem 15. Jahrhundert. Zuerst waren wir aber überrascht, als Sänger auf die Bühne kamen und sie mit Wassergläsern und feuchten Fingern über den Rand der Gläser rieben und die unglaubliche Wirkung eines himmlisch-kosmopolitischen Klangs von jenseits erzeugten und das lettische Lied Stars sangen.
„Wir befinden uns dieses Jahr wieder in der Minoriten Kirche, unter uns wurden vor 750 Jahren die ersten Grundmauern errichtet. Damals bauten Franziskaner Kleinebrüder das erste Marienheiligtum in Marburg. Und der Marburger Architekt Johannes Fuchs schenkte ihm vor 250 Jahren das heutige Erscheinungsbild des Klosters. Heute ist Ehemalige Minoriten Kirche renoviert und umgebaut in Konzertsaal als Teil neuen Puppentheaters ", sagte Veronika Haring, Präsidentin des Kulturvereins der deutschsprachigen Frauen" Brücken" Marburg, die seit mehreren Jahren das Weihnachtskonzert des Hugo-Wolf-Kammerchors organisiert, das seit neun Jahren Teil des Vereins ist.
„Wir freuen uns, dass das Publikum in Marburg unser Engagement für das kulturelle Zusammenleben akzeptiert hat. Stadt Marburg war am erfolgreichsten, als es sich öffnete und mit der slowenischen, deutschen und jüdischen Kultur und anderen Kulturen und Bräuchen blühte. Im nächsten Jahr feiert der Kulturverein deutschsprachige Frauen "Brücken" sein 20-jähriges Bestehen und wir sind stolz auf unseren Beitrag zur Wiedererkennung der kulturellen Schätze unserer Stadt, die von deutschsprachigen geschaffen wurden,“ betonte die Präsidentin des Vereins, Veronika Haring. „Kammerchor, benannt nach einem der größten Komponisten des romantischen Sologesangs Hugo Wolf, der in Marburg zu arbeiten begann, spielt eine wichtige Rolle bei diesem Wiedererwachen." Der Komponist Hugo Wolf wurde am 13. März 1860 im heutigen Slovenj Gradec/ damals Windisch-Graz / geboren und starb im Alter von nur 43 Jahren am 2. Februar 1903 in Wien nach schwerer Krankheit. Hugo Wolf hat uns Hunderte von Liedern, drei Opern, zahlreiche Chor- und Orchesterkompositionen hinterlassen.
Der Chorleiter des Kammerchores, Magister Aleš Marčič, schenkt als Pädagoge dem Chor die Erinnerung an vergessene Komponisten und Musiker deutscher Herkunft, die auf diese oder andere Weise seit Jahrhunderten mit Marburg verbunden waren, besondere Aufmerksamkeit.
In der Fortsetzung des Weihnachtskonzerts hörten wir verschiedene Chorlieder, vom Deutschen Vom Himmel hoch, der slowenischen Heiligen Nacht von T. Kušar, der slowenischen Weihnachtsnacht von M. Rener, dem Paradieskind von E. Hudovernik und die Hirtenknaben von F. Gačnik und dann auch Internationale Lieder, zuerst die polnische Weihnachten Wśród nocnej ciszy, zu den berühmten spanischen Vamos Pastorcillos und Englisch All Bells and Paradise.
Der Höhepunkt des Weihnachtskonzerts war natürlich die Heilige Nacht in der Uraufführung des Textschreibers G. Mohr und nach der Musik von Franz X. Gruber in ihrer ganzen Länge, wenn es mit den Klängen der Gitarre beginnt; da zum Zeitpunkt dieses Weihnachtsliedes die Orgeln nicht funktionierten und war die Gitarre die einzige Begleitung für den Chor bei der Mitternachtsmesse.
Nach dem begeisterten Beifall des wunderbaren Weihnachtskonzerts folgte noch die slowenische Version der Stille Nacht, Heilige Nacht, als die Zuhörer mitsangen und so den Höhepunkt des Konzerts erlebten. Die österreichischen Gäste, die zum ersten Nachmittagskonzert angereist waren, bedankten sich nach dem Konzert dafür, dass Sie schon lange kein so schönes Weihnachtsgeschenk erhalten hatten.
Noch einmal Danke an alle für so einen schönen Weihnachtsabend und die Fortsetzung der alten Bräuche, die wir wieder eingeführt haben.

Text Jan Schaller
Foto: …… Leljak, Jan Schaller

Der zweite Besuch der Vertreter des Kulturvereins Brücken aus Marburg im Gottscheer Altsiedlerverein in Krapflern zum Nikolaustag

Es ist zehn Uhr vormittags 

In den Vereinsräumen des Gottscheer 

Altsiedlervereins in Krapflern (Gemeinde Dolenjske Toplice)

herrscht erwartungsfrohe Stimmung. Wieso nur? Fragen wir sie mal!

Ah, der Hl. Nikolaus kam zu Besuch und brachte den Kindern wunderschöne Geschenke mit. Zwar hat er sich ein paar Tage verspätet, aber niemand war ihm deswegen böse. Wir wissen ja alle, dass der gute Mann in den Tagen vor dem Neujahr sehr viel zu tun hat und nicht überall zu gleicher Zeit sein kann.

 Mit Veronika Haring, der Obfrau des Kulturvereins deutschsprachiger Frauen Brücken aus Marburg an der Drau, nahmen wir zum zweiten Mal an diesem schönen Brauch teil. Auch diesmal beschenkte der Hl. Nikolaus die Kleinen mit einem meiner Bilderbücher in slowenischer Sprache: „Die hungrigen Igel“ hatten wir vor seiner Ankunft auch zusammen gelesen. Die deutsche Version des Märchens wartete auf die Kinder zusammen mit Süßigkeiten (Njam! Bei dem Gedanken läuft mir immer noch das Wasser im Mund zusammen …) und anderen Geschenken in seinem großen Sack.

Auch die Kinder hatten ein Programm für uns Erwachsene vorbereitet. (Die wachsende Zahl der Freunde und jungen Mitglieder des Vereins ist ein Beweis dafür, dass die Altsiedler auf diesem Gebiet weiterhin tief verwurzelt bleiben werden.) Nachdem wir zusammen das Märchen gelesen hatten, zeigten sie ihre Kreativität beim Malen und Schmücken der Zäpfchen sowie Basteln des Schmucks für das Neujahrsfest. Es wurde auch getanzt, die kleinen Körperchen ahmten in erwartungsvollem Rhythmus die Bewegungen ihrer Mentorin nach. Wen erwarteten sie wohl so ungeduldig? Na, den heiligen Nikolaus natürlich!

Sie riefen laut seinen Namen und als er endlich ankam, war der Freude kein Ende zu sehen. Nachdem er die Geschenke verteilt hatte, wurde zuerst ein Gruppenfoto gemacht und danach wurde jedes Kind zusammen mit dem guten Mann noch einzeln fotografiert. Danach ging es weiter mit Tanzen, das wohl bis zu den frühen Morgenstunden gedauert hätte, wären da nicht die Eltern, Opas und Omas gewesen, die die zappelnden Spatzen wieder eingefangen und in die Autos gepackt haben.  

Im Namen des Kulturvereins deutschsprachiger Frauen Brücken und in unserem eigenen bedanken wir uns mit Veronika bei dem Gottscheer Altsiedlerverein (besonders bei dem Obmann Marjan Štangelj sowie den Organisatorinnen Urška und Sanja) und bei allen Teilnehmenden für den herzlichen Empfang sowie ihre, für mich schon sprichwörtliche Gastfreundlichkeit. Wir versprachen einander, auch zukünftig bei solchen Anlässen zusammenzukommen, zumindest solange, bis dem Verfasser dieser Zeilen kein neues Märchen mehr einfällt. Könnte das je geschehen? Natürlich nicht!

 

Der Sinn des Bestehens und der Tätigkeit der Vereine liegt gerade im Zusammensein und Verbinden gleichgesinnter Menschen.

 

Aleš Tacer, Mitglied des KV Brücken aus Marburg an der Drau

 

Mit Veronika bedanken wir uns bei dem Obmann des Gottscheer Altsiedlervereins, Marjan Štangelj, sowie bei allen, die das Kulturprogramm und diese schöne Feier für uns und alle Anwesenden vorbereitet haben. Es ist richtig, dass wir den Kindern so früh wie möglich beibringen, dass auch ein Buch neben allen anderen Dingen ein sehr schönes Geschenk ist!

  Besuch bei Gottscheer Altsiedler Verein in Krapflern

Erster Adventssonntag, 2. Dezember 2019

Wir haben unseren ersten Adventssonntag etwas anders verbracht, ungewöhnlich. Mitglieder des Kulturverein deutschsprachiger Frauen „Brücken“ aus Marburg unternahmen einen Ausflug, einen Besuch und ein kulturelles Treffen mit den einheimischen Gottscheer in ihrem berühmten blau gefärbten Kulturhaus in Krapflern, wo wir den 219. Jahrestag der Geburt von Schriftsteller dr. France Prešeren, den kulturellen Feiertag feierten. Schriftsteller Prešern schrieb sowohl auf Slowenisch als auch auf Deutsch, weil Deutsch damals die Amtssprache der österreichisch-ungarischen Monarchie war. 

  GESCHICHTE 

Auf dem Gebiet der heutigen slowenischen Region Dolenjska ließen sich um 1330 auf einer Fläche von 860 km2 die Gottscheer Deutsche nieder. Die Kärntner Grafen von Ortenburg siedelten sie aus den heutigen Kärntner und Südtiroler Siedlungen auf dem völlig unbewohnten bewaldeten Territorium an, wo sie bis zu 177 Siedlungen gründeten. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts lebten bereits 28.000 von ihnen auf sich allein gestellt als geschlossene Sprachinsel, die ihre Sprache bis heute in Form eines mittelalterlichen deutschen Dialekts aus dem 14. Jahrhundert beibehielt. Sie lebten bescheiden als Bauern, Förster und teilweise als Hausierhaendler. Die Armut veranlasste viele in die USA auszuwandern und nach 1918, zerfall von K. und K. Monarchie, noch mehr der Druck auf die deutsche Minderheit in Königreich Jugoslawien. Im Jahr 1940 lebten nur noch 12.500 Gottscheer in der ganzen Region. Die Ironie. Als ihr Territorium von der italienischen Armee im Zweitem Weltkrieg besetzt wurde, wurden die Einwohner des deutschen Gottscheer auf der Grundlage des Abkommens zwischen Hitler und Mussolini 1941 nach Posavje-Brezice und Krško verlegt, nach Territorium der unter deutscher Besatzung stand. Die meisten deutschen Gottscheer widersetzten sich der italienischen Umsiedlung, die wollten ja in ihrem Heimatland blieben, in dem sie 600 Jahre lang gelebt hatten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten alle überlebenden deutsche Gottscheer Slowenien verlassen. Diejenigen, die nicht rechtzeitig geflohen sind, wurden von den kommunistischen Behörden enteignet und dann vertrieben. Leider starben nach dem Zweiten Weltkrieg viele deutsche Gottscheer in den kommunistischen Lagern Sternthal bei Petau und Tüchern bei Cilli. 

Das Territorium wurde mit Slowenen und Einwanderern aus anderen Teilen Jugoslawiens ersetzt, ein Teil aber für Kommunistische Armee als Militärisches geheim Stutzpunkt benutzt und ausgebaut. Die 112 von 177 Dörfern, wurden nach dem Zweiten Weltkrieg überhaupt nicht erneuert. Von den 123 Kirchen in Gottscheer Gebiet wurden nur 28 erhalten, die erst nach dem Jahr 2000 in Selbstständigen Republik Slowenien wieder renoviert wurden. 

Nach der Unabhängigkeit Sloweniens gründeten die Nachfahren der Deutschen Gottscheer- Altsiedler zwei Vereine, 1992 die Gottscheer Altsiedler Verein in Krapflern und 1994 den Peter-Kössler-Verein in Gottschee /Kočevje. Peter Kössler war ein deutscher Gottscheer, der im Jahr 1853 eine Grafische Karte der slowenischen Länder veröffentlichte. 

Nach einer fast dreistündigen Fahrt von Maribor, zuerst entlang der Autobahn bis Ivančna Gorica, dann vorbei an Žužemberk, entlang den Fluss Krka und bei Soteska über die Brücke auf die andere Seite von Krka, vorbei an Podturn nach Kočevske poljane, wo uns ein hellblaues Haus in der Ebene begrüßte. Auf eine Große Tafel stand: GOTTSCHER ALTSIEDLER VEREIN KRAPFLERN, DIE GENBANK DER ALTEN SORTEN.

In dem wunderschön renovierten Vorderhaus befindet sich neben den Sozialräumen auf dem Boden das Gottscheer-Altsiedler Museum. In dem zweiten Hinterhaus, das einst ein Nebengebäude war, befindet sich ein schön gestalteter Sozialraum, über dem die Genbank alter Obstsorten ist, und auf den die Einheimischen sehr stolz sind, weil das immer das wichtigste für die Bauern war. Die auf diesem Stück Land verbliebenen Dorfbewohner und ihre Nachfahren der ehemaligen deutschen Gottscheer errichteten einen schönen Saal, in dem es, wie für das Landleben typisch ist, am Wochenende immer lustig ist. 

Mitglieder des Kulturvereins deutschsprachiger Frauen „Brücken“ aus Marburg gingen nach der Besichtigung des Museums in den Vereinssaal, wo auf einmal keine leeren Stühle mehr für alle anwesend waren. Unsere Präsidentin Veronica Haring gab zunächst eine kurze Einführung in unseren Verein, der sich um die Erhaltung der Sprache und Kultur unserer deutschen Vorfahren kümmert und bemüht. "Wir sind bekannt für gut besuchte und renommierte kulturelle Veranstaltungen, insbesondere für den Kammerchor Hugo Wolf, der bereits auf Europatournee war", sagte Präsidentin des Vereins Veronika Haring. 

Die Einheimischen Gottscheer überraschten uns schon am Anfang mit der Gottscheer Hymne, von Wilhelm Tschinkel, gesungen im Original Gottscherer Sprache „Dar Göttscheabarsche Püe“. Trotz unseren guten Deutschkenntnissen verstanden wir nicht viel und stellten fest, dass ihre Muttersprache wirklich ein altdeutscher Dialekt ist, der aufgrund seiner Isolation im Laufe der Jahrhunderte nicht aktualisiert und an die neue Zeit angepasst wurde. 

Wir stellten uns als Gäste vor, deutsche Texte zu lesen, die größtenteils von den Autoren selbst verfasst wurden, Aleš Tacer, Ivana Hauser, Jan Schaller, Ivan Korponaj und Veronika Haring, die uns mit Versen von Dichter France Prešern, an 3. Dezember an seinen 219. Geburtstag erinnert hat. Der Chor der Einheimischen Gottscheer sang danach einheimisches Lied Die Meerarin, das dem slowenischen Schöne Vida sehr ähnlich ist, und am Ende ihrer Aufführung das slowenische National Lied Ljubca moja (Meine Liebe), das wir gemeinsam sangen. 

Unser Treffen wurde auch vom Bürgermeister von Gemeinde Dolenjske Toplice, Franci Volk, begrüßt. Er sagte: »Mich freut sehr, dass auch heutzutage Leute sehr gerne Kontakte knüpften, zu Zeiten, in denen wir leider immer weniger Zeit für miteinander haben.“ Er ist schön überrascht und erfreut, dass wir dem geschriebenen Wort in beiden Vereinen besondere Aufmerksamkeit schenken, was eindeutig beweist, dass das Buch nicht in Vergessenheit geriet. Vor allem aber freut den Bürgermeister dass wir die Kultur unserer Vorfahren pflegen und von Generation zu Generation weiter übertragen. 

Dem offiziellen Kulturprogramm folgte ein geselliges Beisammensein mit Essen und Trinken, und wir sangen auch zum Akkordeon, gespielt von Präsident des Gottscheer Vereines Marjan Štangelj, mit. 

Der Rückweg war kürzer, da wir nur die Dunkelheit betrachten konnten und es uns ziemlich schläfrig machte. Nun, wir sind wieder in Maribor aufgewacht, als wir zu einer Familienfeier am ersten Adventssonntag nach Hause eilten. 

Dar Göttscheabarsche Püe – Hymne im original 

 

 

 

 

Wilhelm Tschinkel : Der Gottscheerische Bub,

Du hast nur einen Vater,

und eine Mutter dazu,

Du hast nur eine Heimat,

Gottscheerischer Bub.

Draußen in der Welt gibt`s Leute genug,

doch lieber daheim ist der Gottscheerische Bub.

Die Gottscheer Leute sind alle so gut,

Sie sind alle wie Bruder, sie haben alle ein Blut.

Ein rechter Gottscheer, ob arm oder reich,

Er liebt seine Heimat g`rad wie das Himmelreich.

Gott Vater im Himmel, wir bitten gar schön,

So lass uns die Heimat in Frieden bestehen.       

Ausflug nach Graz – Hauptstadt des Landes Steiermark

Am 19. Oktober 2019 um 8.00 Uhr machten wir uns mit der Kindergruppe die in unserem Verein die Deutsch-Sprach-Werkstätte besucht auf den Weg nach Graz.

Die Gruppe, 26 Personen (13 Kinder mit den Eltern), versammelte sich gegenüber der Franziskaner Kirche und dann fuhren wir auf der Autobahn Richtung Graz. Der Morgen war ziemlich nebelig, aber kurz vor Graz wurde ein richtig schöner sonniger Morgen.

Der Bus hielt ganz in der Nähe der Oper, von wo wir uns dann Richtung Hauptplatz begaben. Auf dem Weg sahen wir uns die Sehenswürdigkeiten an und besprachen die Geschichte der Gebäude und Menschen. Weiter gingen wir zur Mur und dann auf die Mur-Insel. Nach einem kleinen Aufenthalt auf der Mur-Insel führte uns der Weg auf den Schlossberg. Hinauf fuhren wir mit der Bahn. Auf dem Schlossberg machten wir eine kleine Pause, tranken Kaffee oder Tee. Wir schauten uns die Freilichtbühne an und hörten dem Harfenspieler zu. Wir sahen uns auch die Ausstellung „Horizont“ von Alfredo Barsuglia an. Alle waren sehr beeindruckt. Vom Schlossberg gingen wir dann mit der Rutsche oder zu Fuß zurück zum Hauptplatz, wo wir uns einen Imbiss gönnten, die vielen Hochzeiten im Rathaus beobachteten und einer Geschichte über den Erzherzog Johann zuhörten. Wir hatten noch etwas Zeit um durch die Läden zu bummeln und dann kam auch schon die Zeit wieder zurück zu fahren.

In Graz verbrachten wir einen wunderschönen Tag.

Wir bedanken uns Herrn Mag. Siegfried Nagl, Bürgermeister der Stadt Graz, recht schön für die großzügige Unterstützung, die uns ermöglichte einen schönen Tag in der Steirischen Hauptstadtstadt Graz zu verbringen. Mojca Gjura

STERNTHAL - GEDENKFEIER am 12. 10. 2019

Das Sternen Thal wurde leider zum Symbol des Vernichtungslagers

  „Sternthal war ein romantisches Schloss, das am Anfang seinen schönen Namen Sternen Thal zwar verdiente, aber dann hat dieser Name leider eine ganz andere negative Bedeutung bekommen - ein Symbol für Leiden, Rücksichtslosigkeit, Hass und Sterben…. Während des Ersten Weltkrieges war Sternthal ein Kriegsgefangenenlager und ein Feldkrankenhaus der Österreichisch-Ungarischen Armee, das im März 1915 für 20-30.000 verwundete Soldaten gebaut wurde. Während des Zweiten Weltkrieges war hier das Strafsonderdienstpflichtlager. Leider wurde hier nach dem Zweiten Weltkrieg das größte kommunistische Lager errichtet.

 Das Zweite Weltkrieges war beendet. Leute waren froh, dass wieder Frieden und ruhe herrschte, aber im Sternthal begann erst der Höhepunkt des Leidens, der als „Transport des Todes“ bezeichnet wurde. Den die letzten Angehörigen der deutschen Minderheit, die als „Volksdeutscher“ von der UDBA bezeichnet wurden und die Ende 1945 noch in ihren Häusern geblieben sind , haben nicht gewusst welches Leid die noch erleben werden. Am eisigen 13. Januar 1946 wurden 2224 Personen in 43 Viehwaggons geschleppt und erst nach Radgona/Radkersburg und dann über Ungarn nach Wien gebracht. Das russische Kommando in Wien hat diesen Transport mit Menschen in eiskalten Januar wieder nach Jugoslawien zurückgeschickt. Die Komposition blieb 16 Tage lang an der Ungarisch-Jugoslawischer Grenze. Fast 100 Menschen wurden durch Erkältung, Hunger und Krankheiten getötet. Die deutsche Minderheit wurde froh, endlich wieder zuhause zu sein. Aber die wurden nicht nach Hause geschickt, sondern diesmal ins Kommunistische Lager Sterntal gebracht.“ begann die Eröffnung Zeremonie im Generations Park in der Innenstadt von Kidričevo, am Samstag, den 12. Oktober Veronika Haring, Präsidentin des Kulturvereins der deutschsprachigen Frauen Brücken, die Tragödie der deutschen Minderheit in Slowenien nach dem Zweiten Weltkrieg.

„Wie viele tragische menschliche Schicksale sind mit diesem Ort verbunden? Und wie wenig wissen wir über diese. Wir stehen heute hier auf diese schreckliche bösen Taten zu warnen, die nicht wiederholt werden dürfen“ sagte weiter Veronika Haring und beschrieb Karl Lesjak, der als Kind mit seiner Familie die Schrecken des kommunistischen Lagers 1946 überlebt hat. Er entschloss sich in Sternthal ein Denkmal als Erinnerung an die damalige Zeit und für die zukünftigen Generationen zu errichten. Er entwarf und finanzierte ein Mosaik in denen zeigt mit Wort und Bild die Schrecken damaliger Zeit die ihm durch das Leben begleiteten mit Worten: Glaube-Hoffnung, Liebe-Schmerz, Elend-Leiden. Das Mosaik hat der Künstler Mosaizist Aljaž Vidrajz aus Laibach gemacht.

Nach der Enthüllung des Mosaiks machten wir uns auf den Weg zum ehemaligen Soldatenfriedhof, wo das Österreichische Militär Veteranen Organisation „Österreichisches schwarzes Kreuz“ aus Graz zum 100. Jahrestag des Erstem Weltkrieges auf den Soldatenfriedhof ein Gedenkfeier vorbereitete. Oberst Dieter Allesch sprach in einer ausführlichen Rede über die Errichtung eines Militär Krankenhauses zum Kriegsbeginn und das Lager für die Kriegsgefangene, für gesamt 20-30.000 Leute. Das Lager auf 240 ha großen Anwesen verfügte auch über eine Eisenbahnverbindung, mit der die verwundeten Soldaten von der Front transportier wurden.

Gleichzeitig wurde auch ein der nahe auch Soldatenfriedhof eingerichtet; auf dem 3000 Tote Soldaten des Ersten Weltkrieges beigesetz wurden. Auf diesem Friedhof wurden auch deutsche Soldaten im Zweitem Weltkrieg, ohne Gräber, beigesetzt.

Botschafterin der Republik Österreich in Slowenien Sigrid Berka betonte, dass wir auch in unserem Leben Höhen und Tiefen erleben, und es ist richtig, sich an diese traurige Ereignisse zu erinnern, die eine Ermutigung für heutigen Frieden zwischen Nationen sein sollen. „Heute fällt es uns schwer, das Leiden, die Folter und das Sterben der Menschen damals vorzustellen. Aber die können auf Ihren Gräbern geehrt und gedankt werden, weil Sie im Krieg gefallen sind, damit wir heute ein besseres Leben führen können.“

Der Soldatenfriedhof und Mosaik wurden eingeweiht von den Militärvikaren der slowenischen Armee Violeta Vladimira Mesarič, im Auftrag der Evangelischen Kirche und vom katholischen Vikar Vito Muhič und der katholischen Pfarrer Karel Pavlič, zweisprachig, so wie auch die beiden Ereignisse an diesem Tag stattfanden. Der“ Hugo Wolf“ Kammerchor aus Marburg und Blasorchester die Traditionskapelle von den Groeben aus Feldbach , sowie Soldaten in historischen Uniformen und Trachtengruppe „Goldhauben“ untermalen das Kulturprogramm der beiden Veranstaltungen.

Besonderer Dank geht an Bürgermeister von Kidričevo Anton Leskovar und Vizebürgermeister Bogdan Potočnik für Ihre Unterstützung bei der Realisierung der beiden Veranstaltungen.

Text: Jan Schaller

Bilder: Bruno F. Fras

Der Kammerchor „Hugo Wolf“ in Belgien

Chorwettbewerbe sind anstrengend, bringen aber gleichzeitig auch große Zufriedenheit und bei längerem Zusammensein der Sänger eine gute Teambildung. Mit dem Kammerchor Hugo Wolf unternehmen wir jedes Jahr eine Reise zu einem der bekannten Chorwettbewerbe. Diesmal haben wir uns für Belgien entschieden, wo der Wettbewerb in Maasmecheln seit 30 Jahren einer der sichtbarsten in Europa ist.

Wir haben uns vor etwas weniger als einem Jahr angemeldet, unsere Aufnahmen hingeschickt und darauf gewartet, ob wir unter den vielen Bewerbern ausgewählt werden. Als uns im Februar mitgeteilt wurde, dass wir in die engere Auswahl gekommen sind, begannen wir sofort mit den Vorbereitungen.

Nach mehr als sechs Monaten Vorbereitung und mehreren Wochenenden, an denen wir intensiv geübt hatten – eines der schönsten war das Wochenende im August an der slowenischen Küste – kam endlich der Oktober und der Tag, an dem wir den langen Weg mit dem Bus antreten mussten. 

Das internationale Chorwettbewerb in Flanders fand vom 4. bis 6. Oktober 2019 in der flämischen Bergbaustadt Genk statt. Der Austragungsort des Wettbewerbs war eine verlassene Kohlenmine, die in ein C-Mine-Kulturzentrum umgewandelt wurde.

Wir hatten fast keine Zeit uns auszuruhen oder die Stadt zu besichtigen, denn unsere Tage waren mit Verpflichtungen, Gesangsübungen und Auftritten ausgefüllt. Der Wettbewerb begann mit einem Konzert der berühmten englischen Vokalgruppe The King's Singers. Hier waren wir nur Zuhörer, noch müde von der anstrengenden Reise nach Belgien. Bei allen folgenden Konzerten machten wir schon aktiv mit. 

Der Wettbewerb war in zwei Teile gegliedert. Bei dem ersten Auftritt am Samstag sangen wir die vorgeschriebenen Lieder, nämlich die obligatorische Komposition des flämischen Komponisten Jan van der Roost Amor, io fallo, für das Lied vor 1750 hatten wir Gallus´ Musica noster amor gewählt, für das Lied aus der Zeit zw. 1800 und 1950 Wolfs Resignation und als heimisches Lied nach 1950 sangen wir Sapientia von der Komponistin Tadeja Vulc. Es war ein anstrengender Tag, weil wir nach diesem Auftritt noch ein halbstündiges Konzert in der Kirche Sint-Lambertuskerk in Veldwezelt gaben, einer kleinen Stadt an der niederländischen Grenze. Die Akustik in der Kirche war großartig, sodass wir trotz der Müdigkeit das Singen sehr genossen haben. Der große Beifall füllte uns mit Energie für den nächsten Wettbewerbstag.  

Der zweite Tag verlief etwas entspannter, wir mussten nur ein kürzeres Programm vorführen. Vorgeschrieben war nur ein einstimmiges Volkslied – für das Lied Čuk se je oženil/ Steinkauz hat geheiratet hatten wir eine humorvolle Choreographie vorbereitet, die bei dem Publikum viel Lachen hervorrief. Noch begeisterter waren die Zuhörer von der beeindruckenden Komposition des lettischen Komponisten Ēriks Ešenvalds Stars, die wir mit Gläsern mit Wasser und tibetischen Klangschalen vorführten. Wir schlossen mit dem Lied Jaz bi rad cigajnar bil/ Ich möcht´so gern ein Zigeuner sein von Tadeja Vulc, das durch seine Volkstümlichkeit unser Land hervorragend darstellt. Wir waren mit unserer Leistung zufrieden, haben unser Bestes gegeben und trotz der schlechten Akustik unseren Auftritt auf der Bühne genossen.  

Der Tag endete mit der Bekanntmachung der Gewinner und der Vorstellung aller Chöre mit einem weniger anspruchsvollen Programm. Begleitet von zwei Djemben sangen wir das wunderschöne afrikanische Geisteslied Indodana. In der Kategorie der gemischten Chöre erreichten wir den 4. Platz, während in der Kategorie der Frauenchöre zu Recht die Sängerinnen des Mädchenchores der Musikschule Koper den ersten Platz belegten. Sie waren auch die Gesamtsiegerinnen des Wettbewerbs. Die Veranstaltung endete mit einer gemeinsamen Aufführung der europäischen Hymne Ode an die Freude und danach gönnten wir uns endlich ein wohlverdientes Glas von dem echten belgischen Bier.  

Zum Schluss der Belgien-Reise besuchten wir die nahe gelegene Stadt Brüssel, wo wir nur ein paar Stunden Zeit hatten, um das Parlament zu besichtigen. Dort wurden wir von der Europaabgeordneten Ljudmila Novak begrüßt, die uns mit ihrem Kollegen Robert Velikonja auf eine interessante Weise die Geschichte der Europäischen Union und die Arbeit im Parlament vorstellte. Wir stellten den Kulturverein deutschsprachiger Frauen Brücken vor und sangen ein paar slowenische Volkslieder. Die Abgeordnete ehrte uns mit einem Mittagessen in der Kantine des Parlaments. Danach mussten wir uns schon auf den Weg nach Hause machen, wo wir in den frühen Morgenstunden am Dienstag ankamen. Müde, aber zufrieden nach dem angenehmen Zusammensein gingen wir geradewegs zur Arbeit.

Bibi Fortuna

Weltbuchtag mit Deutschen aus Rumänien

Beim diesjährigen Weltbuchtag hatten wir ein besonderes, sehr interessantes und einzigartiges Treffen im Kulturverein der deutschsprachigen Frauen „Brücken“ Marburg. Wir wurden von unseren Freunden besucht –Deutsche Minderheit aus Rumänien, aus dem Ort Reschitze. Sie kamen zu uns, um dreihundert Jahre Geschichte der deutschen Minderheit im rumänischen Banat zu präsentieren. Es ist interessant, dass in der Zeit von Österreich – Ungarn die Deutschen in dem, nach Türken kriegen vollständig geleerten Gebiet angesiedelt waren. In diesem Gebiet haben sich die Deutschen bis heute in vollständig besiedelten Siedlungen erhalten. Es stimmt zwar, dass Sie in turbulenten Kriegszeiten stark ausgewandert sind. Die deutsche Minderheit in Rumänien hat aber heute einen außergewöhnlichen Status. In der Hauptstadt Bukarest wird Deutsche Tageszeitung veröffentlicht und in deutschen Regionen gibt es einige deutsche Wochenzeitungen und deutsche Kulturzentren mit eigenen deutschen Bibliotheken.
Gäste aus Rumänien, der österreichische Konsul Christian Helbing, Marburger und unsere Mitglieder waren zuerst von der Violinistin Tamara Bakardzieva aus Bulgarien fasziniert, dann haben die Schüler des Deutschkurses in unserem Kulturverein einzelne Mietgliedstaaten der Europäischen Union und ihre typische Gerichte vorgestellt. Interessant, wie die Kinder durch die Speisen und Gerichte die 28 Länder der Europäischen Union am einfachsten kennenlernen.
Im Anschluss kam die Präsentation der Gäste aus Rumänien, die von Präsidentin Veronika Hering begrüßt und vorgestellt wurden. Erwin Josef Tigla hat uns zuerst das Leben der deutschen Minderheit in Rumänien vorgestellt und Ihre gegenwärtige Position in diesem Europäischen Land erklärt. Danach hat uns ganz kurz den Gastautor der deutschen Minderheit Balthasar Waitz vorgestellt. Balthasar Weitz wurde 1950 geboren in Nitzkydorf in dem auch die Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Mueller geboren wurde. Balthasar Weitz ist Autor zahlreichen Büchern, Übersetzungen und vor allem Journalist und Redakteur vielen deutschen Zeitungen in Rumänien, derzeit auch Chefredakteur der wöchentlichen Banater Zeitung.
Balthazar Waitz sprach zuerst über seine Schriftstellerische Sicht auf das heutige Europa, die Entfernung von 3000 km zwischen den Mitliedern der Europäischen Union, die die friedliche Beizungen zwischen Nationen und Minderheiten in Europa. Er erzählte über seine Heimat, von der Auswanderung und verlorenen Zeit, an die sich wieder nach Hause zurückkehrende erinnern. Er erklärte uns Erinnerungen an die Kindheit, an die schwierigen Zeiten, die aber trotzdem so schön waren. Interessant ist sein Schreibstil, der auf witzige Art und Weise erzählt, wie damals in sozialistischen Zeiten eine Zeitung bestellt hatten, die sie aber hauptsächlich auf der Toilette benutzten. Der Großvater pflegte es, vor dem Gebrauch alles noch zu lesen, nicht das was Wichtiges verloren gegangen wäre. Und noch ein Beispiel. Als er mit dem Großvater am Friedhof vorbei ging, erklärte im der Großvater:“ Ziest du, hier sind wieder alle ganz einfache, normale Menschen“.
Wir anwesende mussten ein paar mal Lachen und wünschten, dass diese kurze Geschichten von Balthazar Weitz auch ein größeres Kreis slowenische Leser lesen könnte. Lachen in nämlich gesund, für jeden. Jan Schaller





















„STILLE NACHT, HEILIGE NACHT“ auch in Laibach und Marburg /Drau

Die katholische Weihnachtsstimmung hat die deutsche Minderheit auch in Laibach und Marburg an der Drau verbreitet. 

Der Kulturverein deutschsprachige Frauen „Brücken“ der seit 2000 in Marburg an der Drau und Umgebung lebende deutschsprachige Einwohner in Slowenien Vereint, hat wieder sein kulturelles in schöpferisches Niveau gezeigt.

Am Samstag, den 15. Dezember in Katholischem Bischoffs Gymnasium in Laibach , und ein Tag danach am, drittem Advent in Marburg an der Drau in Minoriten Kirche haben wir ein hohepunkt der weihnachtlicher Stimmung mit dem Konzert zum 200 Jahren Stille Nacht erlebt.

Vereinseigener Kammerchor Hugo Wolf der anlässlich des 150. Geburtstages des Komponisten Hugo Wolf im Jahre 2010 gegründet wurde ist ein wesentlicher Teil des Kulturvereins, der das Zusammenspiel Slowenischer und Deutsche Kultur fördert und verbreitet.

Dieser Hugo Wolf Kammerchor, unter der Leitung von Aleš Marčič hat uns an diesen zwei Abenden mit Gesang und Kammerorchester durch die 200. Jährige Geschichte Stille Nacht gefeuert.

Angefangen mit Englischem Weihnachtslied aus dem 15. Jahrhundert, alten Christlichen Liedern aus Frankreich, Niederlande und Deutschland, über die 200. Jahre Alte-original Version von Stille Nacht mit Gitarre, haben die uns begeistert und in eine friedliche Welt entführt. Mit polnischen, slowenischen, spanischen und englischen Variationen haben wir die europäische Verbundenheit und Friedensbotschaft gespürt, die uns allen der Direktor von Goethe Institut in Laibach Uwe Reissig gewünscht hat.

Gehört haben wir auch zwei Uraufführungen, Stille Nacht von Tadej Kušar, Komponist und Musiklehrer auf Bischöflichen Gymnasium A.M. Slomšek und Ein heiliger Weg 3018 von Fabio Nieder aus Italien, der uns in die All gebracht hat.

Wie üblich, wurde am Ende als hohepunkt die heutige slowenische Version Stille Nacht von allen gesungen.

Ein wirklich schönes Weihnachtsfest, für den wir unsere Veronika Haring danken, die seit der Gründung in Jahre 2000 den Kulturverein deutsch-sprachiger Frauen „Brücke „ führt.

Danke auch an Österreichische Botschafterin mag. Sigrid Berka, die uns in Laibach die Ehre zeigte und den Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Laibach Klaus Riedl, der als Ehrengast beim Konzert in Marburg an der Drau anwesend war.

Text und Foto  von J. Schaller

Lebendige Höfe 2018

Auch im Jahr 2018 stellte unser Verein sich im Rahmen des Marburger „Festivals Lent“ in einem der „lebendigen Höfe“ vor. Wir organisierten eine Ausstellung der Titelblätter von allen bisher herausgegebenen Sammelbänden des Vereins, deren Autorin Cvetka Vidmar ist. Unsere Autoren lasen ihre Prosa und Poesie aus dem letzten Sammelband vor und unser Kammerchor „Hugo Wolf“ gab ein kurzes Konzert. Zu der Veranstaltung kamen viele Marburger, unsere Freunde aus der österreichischen Steiermark sowie zufällige Touristen, die auf der Straße von dem schönen Singen angezogen wurden. Die Obfrau der „Brücken“ konnte zu dieser Veranstaltung mit großer Freude die Botschafterin der Republik Österreich, I. E. Sigrid Berka, den Vizebürgermeister der Stadtgemeinde Marburg, Herrn Zdravko Luketič, sowie den Bezirkshauptmann der Süd-Ost Steiermark, Herrn Hofrat Dr. Alexander Majcan, und den Honorarkonsul der Republik Österreich in Slowenien, Herrn Jože Protner, begrüßen.

Marburger Literaturabend

Im Rahmen des 21. Festivals „Slowenische Tage des Buches“ veranstaltete der Kulturverein deutschsprachiger Frauen „Brücken“ zu Marburg an der Drau (Maribor) am 23. April 2018 einen literarischen Abend, für den drei renommierte Schriftsteller aus Marburg an der Lahn als Vortragende gewonnen werden konnten.

Ludwig Legge (Vorsitzender der Vereinigung „Neue Literarische Gesellschaft in Marburg/L.), Horst Schwebel (Professor für Theologie und Schriftsteller) und Karl-Heinz Symon (Schriftsteller und Inhaber des Verlages „Blaues Schloss“) lasen aus eigenen Werken und – das war die Überraschung: Hier war Modernes in verständliche Sprache gebracht! Episches und Lyrisches aller drei Autoren vermochte ein sichtlich interessiertes und erfreutes Publikum wirklich zu erreichen.

Anschließend bestand die Gelegenheit, mit den Vortragenden ins persönliche Gespräch zu kommen. Und auch hier wieder eine freudige Überraschung: Alle drei zeigten sich besonders interessiert – und vom Prinzip her auch kenntnisreich – an der Lage der Volksgruppe.

Im Saal des Vereinsheimes der „Brücken“: Horst Schwebel, Ludwig Legge, Karl-Heinz Symon (v. l. n. r.)

Literaturabend in Graz am 22. März 2018

Die Mitglieder unseres Literaturzirkels haben am 22. März in der Steiermärkischen Landesbibliothek den zweisprachigen Sammelband „Zwischenmenschliche Bindungen 2017“ vorgestellt. Vor einem zahlreichen Publikum trugen ihre Prosa und Lyrik in deutscher Sprache Marjan Pungartnik, Ana Marija Pušnik, Ivan Korponai, Srečko Klemenc, Ivana Hauser, Aleš Tacer und Bruno Fras vor. Auf Slowenisch wurden die Beiträge von der Obfrau des Vereins, Frau Veronika Haring, vorgelesen.

Obisk predsednika Republike Avstrije Alexandra van der Bellna 23. Maja 2017 v našem društvu

Das Ereignis des Jahres war für unseren Verein der Besuch des österreichischen Bundespräsidenten Alexander van der Bellen.

Er wurde bei seiner Ankunft von den Vertretern der Kulturvereine deutscher Volksgruppe in Slowenien aus Marburg, Laibach, Abstall, Cilli und Gottschee empfangen. Bevor er die Vereinsräume betrat, sang der vereinseigener Kammerchor „Hugo Wolf“ am Eingang als Willkommensgruß ein paar Lieder vor und die Kinder, die in unsere Deutschkurse besuchen, überreichten ihm einen Blumenstrauß. Während des einstündigen Gesprächs stellten wir dem Präsidenten die Lage der deutschen Volksgruppe in Slowenien vor und baten ihn um sie Unterstützung bei unseren Bemühungen, seitens der slowenischen Politik offiziell als Minderheit anerkannt zu werden. Der Präsident versprach, über dieses Thema mit slowenischen Politikern in Laibach zu sprechen.

Steirischer Landeshauptmann Franz Voves traf in Marburg Vertreter der deutschen Minderheit

Maribor, juni 2006

Eine besondere Ehre und Anerkennung erwies unserer Arbeit und unseren Bemühungen mit seinem Besuch und den persönlichen Gespräch mit den Vertretern der deutschsprachigen Volksgruppe in Slowenien der steirische Landeshauptmann Franz Voves. Auf dem Weg nach Laibach traf sich zuerst am Morgen mit den Vertretern der Vereine, die in der Dachorganisation „Bund der Kulturvereine deutschsprachigen Volksgruppe in Slowenien“ zusammengeschlossen sind und mit zahlreichen ausländischen Journalisten und unterhielt sich über unsere Stellung in Slowenien sowie über die Probleme und Schwierigkeiten wegen der Nicht-Verwirklichung jenes Artikel aus dem „Kulturabkommen“ das zwischen Slowenien und Österreich abgeschlossen wurde, das die deutschsprachige Volksgruppe in Slowenien betrifft. Er versprach, beim slowenischen Außenminister zu intervenieren, dem er an diesem Tag einen Besuch abstatten wollte.

Tatsächlich lasen wir am folgenden Tag in der Zeitung die Antwort desslowenischen Ministers. Auf die Frage des steirischen Landeshauptmanns, ob Slowenien das kulturell Wirken der deutschsprachigen Volksgruppe in Slowenien nicht ein wenig mehr unterstützen könnte, antwortete er, im Kulturabkommen und in der Verfassung sei bereits alles geregelt. Er sagte jedoch nicht, dass diese Gruppe in der Verfassung überhaupt nicht erwähnt wird und das Kulturabkommen in diesem Artikel (Artikel 15), der die Gruppe erwähnt, nicht umgesetzt wird und nicht mehr ist als ein Blatt beschriebenes Papier.

Präsident der Republik Slowenien besuchte am 26. Februar 2006 unser Verein

Für große Überraschung für unsere Mitglieder sorgte im Februar 2006 ein Telefonanruf aus dem Kabinett des Präsidenten der Republik Sloweniens: „Morgen wird der Präsident der Republik, Dr. Janez Drnovšek ihren Verein besuchen“! Die Überraschung mischte sich mit Gefühlen der Freude und Stolzes angesichts eines so hohen Besuchs.

Rasch vereinbarten wir wer von den Mitgliedern anwesend sein sollte. Es folgten Vorbereitungen, Lampenfieber und freudige Erwartung. Er kam mit dem Marburger Bürgermeister Boris Sovič und einem Stab von Sicherheitsleuten und gab sich überaus freundlich, offen und verständnisvoll.

Wir stellten ihm die Arbeit unseres Vereins vor, unsere Probleme und Situation der Volksgruppe und baten ihn um Hilfe, insbesondere im Hinblick auf die Durchführung der Vorhaben zur so genannten Artikel 15 des „Kulturabkommens“ zwischen Slowenien und Österreich, die deutschsprachige Volksgruppe in Slowenien betreffen. Er versprach, dieses Ansinnen an die Regierung weiterzugeben, und versicherte uns, bei der Unterzeichnung des Abkommens selbst in der Absicht mitzuwirken, dass der entsprechender Artikel später ausgeführt wird (was bis jetzt nicht verwirklicht wurde).


Kulturverein Deutschsprachiger Frauen Bruecken

Barvarska ulica 5
Maribor (Marburg), Slowenien

de_ATGerman
sl_SISlovenian de_ATGerman
Back To Top